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Die
Wümmeniederung bei Fischerhude
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Fast in der
nordwestlichsten Ecke des Landkreises Verden an der Landesgrenze
zur Hansestadt Bremen befindet sich die Fischerhuder
Wümmeniederung.
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Sie ist Teil des
Flußniederungssystems der Wümme, die aus dem Landkreis
Harburg kommend die Landkreise Rotenburg und Verden sowie das
Land Bremen durchquert, ehe sie sich mit der Hamme zur Lesum
vereinigt und schließlich in die Weser mündet.
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Eine
Landschaft mit bundesweiter Bedeutung für den Naturschutz.
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Wir
möchten Sie einladen, diese noch wenig beeinträchtigte
Landschaft kennenzulernen und Ihnen zugleich ihre Bedeutung für
den Natur- und Artenschutz nahebringen
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Denken Sie jedoch immer daran,
daß es sich hierbei um einen auf Störungen äußerst
sensibel reagierenden Ökosystemtyp handelt und schon ein
Spaziergang am falschen Ort und zur falschen Zeit die
Nachkommenschaft einer vom Aussterben bedrohten Tierart gefährden
kann.
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Falls Sie weitere Informationen
wünschen, wenden Sie sich bitte an die Untere
Naturschutzbehörde des Landkreises Verden (Tel. 0 42 31/98
44 22).
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Um
das Besondere der Fischerhuder Wümmeniederung erkennen zu
können und um Verständnis für die hier ablaufenden
natürlichen Vorgänge zu bekommen, empfiehlt es ,sich,
kurz einen Blick in die Geschichte dieser Landschaft zu werfen:
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Ihre Entstehung ist im
wesentlichen auf die Eiszeit zurückzuführen. Noch dem
Abtauen der Eismassen räumten die abfließenden
riesigen Schmelzwasserströme den heutigen Niederungsbereich
aus und sorgten dafür, daß hier sehr tiefgelegene
Bereiche entstanden, die z.B. westlich des Ebbensieker Weges
im sog. Nassen Dreieck heute nicht höher als 2 bis 3
m über dem Meeresspiegel liegen.
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 Überschwemmte
Wiesen in der Wümmeniederung. -
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Gleichzeitig
wurden die vorhandenen eiszeitlichen Talsande durch einsetzende
Winde umgelagert und zu Dünen geformt, auf denen z.B. die
Ortschaft Fischerhude entstand oder sich der Wald nordöstlich
des Hexenberges ansiedeln konnte.
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Der anschließende
Meeresspiegelanstieg, der Rückstau von Hochwässern der
Weser in Verbindung mit der tiefen Lage des Geländes führten
zur Vermoorung und zur Entstehung eines Flußdeltas, eines
im Binnenland einzigartigen Landschaftsraumes, der sich
ursprünglich nur noch mit dem Spreewald südöstlich
von Berlin vergleichen ließ.
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Eine Vielzahl von miteinander
verbundenen Gewässerarmen, die zudem durch Hochwässer
und Eisgang ständig ihre Lage veränderten und von
Erlenwäldern, Seggenriedern und Röhrichten begleitet
wurden, prägten damals das Aussehen dieser Landschaft, die
im Vergleich zu heute durch eine enorme Artenvielfalt
gekennzeichnet war.
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Ortsnamen wie Fischerhude,
Ottersberg und Otterstedt geben auch heute noch Zeugnis von den
damals hier heimischen Tierarten.
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Durch
die allmähliche Inanspruchnahme der Landschaft durch den
Menschen zunächst Fischfang und Heuernte - kam es in
mehreren zeitlich aufeinanderfolgenden Etappen zur systematischen
Regulierung des Gewässersystems, die mit dem Ausbau des
Wümme-Südarmes 1976 ein Ende fand.
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Zuvor waren aus
Naturschutzsicht glücklicherweise schon in den Zwanziger
Jahren, als anstelle von Maschinen- noch Handarbeit üblich
war, der Wümme-Nord- und -Mittelarm entstanden, die heute
als Restbestände des ehemaligen weitläufigen
Flußsystems angesehen werden müssen.
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Doch trotz dieser gravierenden
wasserbaulichen Veränderungen und der damit einhergehenden
landwirtschaftlichen Nutzungsintensivierung gehört die
Fischerhuder Wümmeniederung auch heute noch zu den
bedeutendsten Feuchtgebietslandschaften Deutschlands. So sorgen
die immer noch vergleichsweise hohen Grundwasserstände
dafür, daß im tiefergelegenen westlichen Bereich noch
großflächig ein Mosaik von Feuchtwiesen
verschiedenster Ausprägung, von Röhrichten und
Seggenriedern anzutreffen ist, welches zusammen mit den
bremischen Borgfelder Wümmewiesen als größter
zusammenhängender Naßwie5enkomplex von
Niedersachsen/Bremen landesweit eine herausragende Bedeutung
besitzt.
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Vor allem im Frühjahr,
aber auch im Sommer sind diese Bereiche durch das leuchtende Gelb
der Sumpfdotterblume und des Wassergreiskrautes optisch besonders
auffällig.
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Die
hohe Grundfeuchtigkeit des Bodens, die hierauf eingestellte
Pflanzenartenzusammensetzung und die vergleichsweise späten
Mähtermine sind zudem Ursachen dafür, daß sich
hier jährlich sehr selten gewordene Brutvogelarten
einfinden. Uferschnepfe, Bekassine, Kiebitz und Großer
Brachvogel - die Brutdichten sind die höchsten in
Niedersachsen - sind für die Wiesenvögel sowie
Sumpfohreule, Rohrweihe, Wiesenweihe und Wachtelkönig für
die ungenutzten Flächen zu nennen. Aufgrund dieser
Brutnachweise ist die Fischerhuder Wümmeniederung als
Vogelbrutgebiet von nationaler Bedeutung klassifiziert.
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Die regelmäßig
auftretenden großflächigen winterlichen
Überschwemmungen machen die Fischerhuder Wümmeniederung
zudem zu einem europaweit bedeutsamen Rastgebiet nordischer
Zugvögel, die hier einen wichtigen Trittstein auf dem Zugweg
von Nordeuropa bzw. der südlichen Nordsee in den
Mittelmeerraum vorfinden.
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Aufgrund dieser Brut- und
Rastvorkommen besitzt die Wümmeniederung den EG-Status
"lmportant Bird Area" gemäß der
EG-Vogelschutzrichtlinie.
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Als Besonderheit muß
ebenfalls noch das Vorkommen des Fischotters hervorgehoben
werden, der in weiten Teilen Mitteleuropas mittlerweile
ausgerottet und in der Bundesrepublik Deutschland vom Aussterben
bedroht ist.
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1992
wurde ein ca. 700 na großer Teil der Fischerhuder
Wümmeniederung in das Förderprogramm zur "Errichtung
und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft
mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung"
aufgenommen.
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Als Beitrag zur Erhaltung des
Naturerbes der Bundesrepublik Deutschland sollen damit Gebiete
mit herausragender Bedeutung für den Naturschutz,
insbesondere für den Arten- und Biotopschutz dauerhaft
gesichert und noch Maßgabe naturschutzfachlicher Ziele
entwickelt werden.
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Am Projekt und an der Planung
sind der Landkreis Verden als Projektträger, das Land
Niedersachsen und die Bundesrepublik Deutschland beteiligt.
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Die
Fischerhuder Wümmeniederung ist damit eines von z. Z. ca. 30
Naturschutzgroßprojekten, die wegen ihrer Bedeutung
erhebliche Fördermittel aus dem Landesumweltministerium
erhalten.
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Die sehr umfangreiche
Bestandsaufnahme und die hieraus resultierende
Entwicklungsplanung wurde vor kurzem abgeschlossen.
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 Wümme-Nordarm. -
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 Typische
weitläufige Wiesenvoqelreviere. -
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Zur
Zeit wird durch einen möglichst lückenlosen Ankauf der
Flächen durch den Landkreis Verden die Voraussetzung für
eine systematische Wiedervernässung bzw. Wiederherstellung
eines möglichst naturnahen Wasserhaushaltes geschaffen.
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Die
damit verbundene flächige Anhebung der Grundwasserstände,
die Wiederherstellung einer naturnahen Abflußdynamik, die
Entwicklung natürlicher bzw. naturnaher Fließgewässer
und die Ausdehnung der Überschwemmungen dienen dazu, die
Lebensraumbedingungen der o.g. und gemäß
naturschutzfachlicher Zielsetzung zu fördernden Tier- und
Pflanzenarten so zu optimieren, daß sie ihre heutigen
Bestände nicht nur erhalten werden, sondern erheblich
ausdehnen können.
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 Wümme
Mittelarm bei Hochwasser. -
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Grundsätzlich
beabsichtigt ist, den Anteil natürlicher
Landschaftselemente, z.B. unverbaute und unregulierte
Flußabschnitte, gewässerbegleitende Weidengebüsche,
Röhrichte und Rieder deutlich zu erhöhen und in den
weiterhin bewirtschafteten Bereichen die Nutzungsintensität
wesentlich herabzusetzen.
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Am Ende der Projektlaufzeit im
Jahre 2001 soll dann der Grundstock für das angestrebte
Naturschutzleitbild (eine extensiv genutzte Kulturlandschaft mit
ausgedehnten Naturlandschaftsteilen) geschaffen worden sein, die
man sich vielleicht so vorstellen kann:
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Die Wümmearme befinden
sich in einem weitgehend natürlichen Zustand. Sie sind
bereits bei leichten Hochwässern bordvoll und treten über
die Ufer. Durch eine Anzahl neuer Flußarme, Gräben und
Querverbindungen ist das Binnendelta ein stückweit
wiederhergestellt. Innerhalb definierter Zonen sucht sich der
Fluß entsprechend der natürlichen Dynamik sein Bett
selbst; dort treten bereits kleine Hochwässer über die
Ufer. Ansonsten hat die Landschaft den Charakter einer
überwiegend offenen, naturnahen, von Grünland geprägten
Kulturlandschaft, die von extensiv bewirtschafteten Naß-
und Feuchtwiesen geprägt ist. Der kleinere Teil des
Grünlandes wird beweidet, Teilflächen sind von
Röhrichten und Riedem bestanden und das Landschaftsbild ist
von großflächiger Offenheit bestimmt. Einige früher
verschwundene Pflanzen- und Tierarten z. B. Kampfläufer,
Kranich und Fischotter sind zurückgekehrt.
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BITTE NICHT STÖREN
!!!
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Bei Wanderungen bitte die
Wege nicht verlassen und Hunde an der Leine führen. Während
der Brutzeiten vermeiden Sie bitte möglichst Wanderungen in
größeren Gruppen.
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Besondere Wanderwege
sollten wegen der unterschiedlichen Brutzeiten in den
verschiedenen Bereichen der Wümmeniederung bei der Unteren
Naturschutzbehörde des Landkreises Verden Tel.: 04231/198 44
22 - erfragt werden.
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