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Die Mitte des Landkreises
Rotenburg birgt viele archäologische, Denkmale von der
Steinzeit bis zum Mittelalter. In der historschen Reihenfolge
bietet sich dem interessierten Besucher eine Tagesfahrt mit
Fahrrad oder Auto von Steinfeld Über Oldendorf Zeven bis
noch Sittensen an.
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Groß-Steingrab im
Steinfelder Holz
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1.
Im Dorfe Steinfeld führt ein Wegweiser zum ersten
urgeschichtlichen Steingrab. Die aus gewaltigen Findlingen
errichtete Grabkammer zeigt eine Besonderheit: Sie erstreckt sich
in Nord Südrichtung und besitzt einen Eingang auf der
Westseite. Sämtliche sonst bekannten Megalithgräber
haben den Eingang auf der Südseite und sind überwiegend
in Ost-Westrichtung angelegt. Wer die Steine genauer betrachtet,
erkennt, daß es die steinzeitlichen Erbauer vor 4000 bis
5000 Jahren nicht nur verstanden, die Findlinge zu transportieren
und übereinander zu legen, sondern auch zu spalten und die
Form zurechtzuschlagen.
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 Bau
eines Megalithgrabes -
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Die Innenseiten der senkrecht
stehenden Wandsteine zeigen Spaltflächen und
Bearbeitungsspuren. Aus einem Stein ist vielleicht zufällig
ein rechter Winkel herausgeschlagen. Ein Zwischenmauerwerk aus
gebrochenen Granitquadern und -platten verschloß sämtliche
Lücken zwischen den großen Steinen.
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Ursprünglich war die
gesamte Anlage von außen mit Lehm verstrichen und von einem
Erdhügel überwölbt. Ein Kriechgang führte von
außen durch den Hügel in die Kammer. Ausgrabungen an
anderen Orten zeigten, daß in den Megalith- oder
Großsteingräbern mehrere oder viele Bestattungen
vorgenommen wurden. Es handelte sich also um regelrechte Gruften
In den durchlässigen, vielfach sauren Sandböden unseres
Raums haben Gebeine nicht überdauert. Lediglich wenige
Tonscherben mit sogenannter Tiefstichverzierung waren von den
Grabbeigaben erhalten. Die archäologische Untersuchung
erbrachte den Nachweis eines runden, leicht ovalen Grabhügels,
der von einer Findlingsmauer eingefaßt war, wie sie bei
unserem zweiten Besuchsobjekt noch erhalten ist.
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Groß-Steingrab
Spachelsberg
- 2.
Wir kehren zurück in das Dorf und folgen der Landstraße
Richtung Zeven, Genau nach 1000 m Fahrt sehen wir das zweite
Großsteingrab unmittelbar rechts neben der Straße in
einem kleinen Wäldchen, Die Findlinge der Grabkammer weisen
eine geringere Größe auf als die der Anlage im
Steinfelder Holz. Auf 10 Trägersteinen ruhten 4 große
Findlinge als Decksteine, von denen einer völlig fehlt,
während von einem weiteren nur zerschlagene Bruchstücke
vorhanden sind.
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 Grundriß
eines Steingrabes. -
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Die Gruft ist von einem
Erdhügel umgeben, der ursprünglich die ganze Anlage
kuppelförmig überwölbt hat. Vorhanden sind auch
noch 2 Steine eines Gangs, der von außen durch den Erdhügel
in das Innere führt. Aus der Steinzeit stammen ebenso noch
die untersten Schichten des ZwickeImauerwerks zwischen den
Tragsteinen der Grabkammer.
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Eine Mauer aus zwei Meter hohen
Findlingen, jeweils mit einer flachen Seite außen, umgibt
den Grabhügel. Da nicht mehr alle Decksteine der Grabkammer
erhalten sind, besitzt der Hügel anstelle der gewölbten
Kuppe eine Mulde, durch die man von oben auf die Gruft schauen
kann. Jeder Besucher kann sich leicht vorstellen, wie gewaltig
der Hügel gewirkt haben muß, wenn der Betrachter vor
einer übermannshohen Mauer stand und sich darüber noch
die halbkugelige Kuppe wölbte.
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 Querschnitt
eines Steingrabes. -
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Die Steingräber wurden von
den Menschen errichtet, die in Norddeutschland als erste Ackerbau
und Viehhaltung übernahmen. Von jener Zeit (in war die
bäuerliche Wirtschaftsweise durch sämtliche Epochen bis
zum Beginn des Industriezeitalters vor 150 Jahren die
Lebensgrundlage der meisten Menschen. Noch der typischen
Keramikform nennt man die Epoche der Steingräberzeit
Trichterbecherkultur.
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 Trichterbecher. -
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Die
Steinalkenheide
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3.
Wir fahren die Straße weiter in Richtung Zeven durch das
Hemelsmoor und biegen in Brümmerhof links ab Richtung
Oldendorf. In Oldendorf folgen wir gleich nach dem Ortsschild dem
ersten Weg links, bis er am Ende links abbiegt. Wir folgen der
Biegung und erreichen nach 750 m das vom Landkreis gepachtete
Denkmal- und Landschaftsschutzgebiet Steinalkenheide.
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Alken nennt man in
verschiedenen Teilen Niedersachsens gelegentlich zwergenhafte
Geister. Dabei sind meistens vorgeschichtliche Gräber in
unmittelbarer Nachbarschaft solcher Überlieferung vorhanden.
Deshalb mag der Name Alken ursprünglich einmal die
verstorbenen Ahnen oder Seelen der Toten bezeichnet haben. Hier
zwischen 0ldendorf und Badenstedt finden wir neben den Überresten
eines Großsteingrabes noch 74 Hügelgräber
unterschiedlicher Größe.
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 Gräberfeld
auf der Steinalkenheide. -
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Es handelt sich um den größten
erhaltenen Hügelfriedhof im Landkreis Rotenburg. Vermutlich
haben wir es nur mit dem kleinen Rest einer ehemals vielfach
größeren Anzahl zu tun.
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Grabhügel
unterschiedlicher Formen und Ausmaße vom
jungsteinzeitlichen Steingrab, einem Steinkistengrab aus dem
Übergang von Jungsteinzeit zu Bronzezeit und Hügeln der
Bronze- und Eisenzeit zeigen, daß sich an diesem Platz mehr
als 1000 Jahre Besiedlung nachweisen läßt. Zwei
Erklärungstafeln geben dem Besucher nähere Hinweise.
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Kloster Zeven
- 4.
Von der Steinalkenheide geht es denselben Weg zurück bis
Oldendorf. Dann folgen wir der Straße durch das Dorf und
erreichen auf der Bundesstraße die Stadt Zeven, bis 1932
Sitz des ehemaligen Landkreises Zeven. In der Stadtmitte liegt in
einer Grünanlage am Bachlauf der Ahe oder Mehde die heutige
Pfarrkirche und frühere Klosterkirche St. Viti. Um 1141 oder
wenige Jahre später wurde das Kloster von Heeslingen hierher
verlegt.
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Im
letzten Gebäude des früheren Klosters finden wir das
Kloster- und Heimatmuseum. Bedeutsam sind spärliche Reste
von Wandbemalung aus der Klosterzeit (um 1623). Eine kleine
Ausstellung ur- und frühgeschichtlicher Funde ist vor allem
für den Besuch von Schulklassen gestaltet. -
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Im Obergeschoß zeigt eine
besondere Abteilung Werk und Wirken des bedeutenden Künstlers,
Fotografen und Altertumsforschers Hans Müller-Brauel (1867 -
1940). Der vielseitige Autodidakt hat als erster Forscher
Holzeinbauten und hölzerne Einfassungen an und um
Hügelgräber entdeckt. Er war auch der erste, der
erkannte, daß zwei archäologisch erfaßbare
Kulturgruppen - nämlich die der Großsteingräber
und die der Schnurkeramik (Einzelgrabkultur) - in der Bronzezeit
verschmolzen und daraus die germanische Kultur entstanden sein
muß.
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 Der
Heimat- und Altertumsforscher Hans Müller-Brauel -
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Hügelgräber
bei Offensen
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5.
Bringen wir genügend Zeit mit, fahren wir auf der
Bundesstraße 71 nach Norden und biegen gleich nach der
Oste-Brücke rechts ab Richtung Offensen - Heeslingen. 150 m
noch dem Ortsausgang von Offensen fahren wir hinter einem kleinen
Waldstück rechts ob und finden rechts in diesem Wald einen
Hügelgräberfriedhof der Bronzezeit, zu dem eine
Erklärungstafel vor Ort nähere Auskünfte gibt.
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Die
Heilsburg bei Heeslingen
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6.
Unsere Fahrt führt weiter über Heeslingen noch
Weertzen. In Heeslingen stand einst das Benediktinerinnenkloster,
das um 1141 nach Zeven verlegt wurde. Nach unsicherer
Überlieferung soll ein Graf Haddo oder Hed das Kloster
gegründet haben. Die Heeslinger Kirche (vgl. Titelbild
oben), aus Findlingssteinen erbaut, zeigt noch in wesentlichen
Teilen romanischen Stil. Um das Jahr 973 wurde die erste
steinerne Kirche anstelle einer älteren Holzkirche in
Heeslingen erbaut.
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 Kirche
in Heeslingen, Querschnitt. -
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Die Burg
des Adligen
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7.
Die Burg des Adligen dürfen wir in dem erhaltenen Burgwall
Heilsburg vermuten, der zwischen Heeslingen und
Weertzen neben dem Gutshof Adiek am Röhrsbach liegt. Der
eindrucksvolle Burgwall liegt halbkreisförmig am Rande des
Bachtals, wobei das Steilufer im Norden Wall und Graben ersetzt.
Einen Teil des südlichen Halbrunds umschließen noch
zwei Wälle und zwei Gräben von immer noch
beeindruckender Tiefe. Diese sonst ungewöhnliche
Doppelbefestigung finden wir noch gewaltiger nur bei der
Monsilienburg im Landkreis Cuxhaven.
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Von der Heilsburg sind leider
große Abschnitte der Befestigung eingeebnet. Die gesamte
Anlage bedeckt dichter Wald. Das Naturschutzgebiet hat keine
Zuwegung. Geländeerprobte Wanderer erreichen die Burg von
Weertzen aus. Man folgt der Straße westlich der Oste -
Brücke parallel zum Fluß nach Norden sowie der
Fortsetzung als Feldweg. Am Ende des Weges geht man auf
ungebahntem Gelände auf der Böschung des Flußufers.
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 Loge
der Heilsburg und der historischen Stätten um Heeslingen. -
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Der
Burgwall beim Königshof in Sittensen
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8.
Einfacher ist der nächste Burgwall bei Sittensen zu
erreichen. Im Ort folgen wir der Königshofallee bis zum
Ende. Der große Bauernhof führt seit dem Mittelalter
den Namen Königshof. Der Name und die unmittelbare Nahe zum
Burgwall deuten auf einen frühen Stützpunkt und
Verwaltung für die königlichen Besitzungen. Urkunden
über die Besitzverhältnisse vor dem 13. Jahrhundert
liegen nicht vor. Der später durch Sittensen führende
Fernverkehrsweg laßt vermuten, daß auch schon Karl
der Große auf dem Weg nach Hollenstedt hier die Oste
überquerte, wo bereits um Christi Geburt beiderseits des
Flusses in geringer Entfernung voneinander drei germanische
Dorfsiedlungen bestanden.
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 Burgwall
beim Königshof. -
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Der nur teilweise erhaltene
Ringwall lag ähnlich wie die Heilsburg halbkreisförmig
am Oste- Ufer. Der Halbkreis zeigt in beiden Fällen eher
eine U-Form, fast ein Rechteck mit abgerundeten Ecken. Die Maße
des lnnenraums betragen ungefähr 75 x 120 m.
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Dr. Wolf -Dieter Tempel
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1 -
Großsteingrab im Steinfelder Holz 2 - Großsteingrab
im Spachelsberg bei .....Steinfeld 3
- Vorgeschichtlichliches Gräberfeld 4 - Museum Kloster
Zeven |
5
- Hügelgräber bei Offensen 6 - Romanische
Feldsteinkirche in .....Heeslingen 7
- Burgwall Heilsburg 8 - Burgwall beim Königshof in
.....Sittensen
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