|

Bei
unserem Rundgang werden Sie den Gegensatz vom dunklen
Bauerndorf, das am Hang zum Urstromtal der Weser liegt, zur
neuen, hellen und farbigen Stadt, die sich oben auf der
Geesthochfläche befindet, kennenlernen. Beides liegt nahe
beeinander, verzahnt sich und gibt der Stadt Achim so auch heute
noch ein unverwechselbares Gesicht. Wir laden zum Spaziergang
durch das Bauerndorf und die veränderte Innenstadt Achims
ein. Die bauliche Erscheinung der Stadt Achim nach Stilepochen zu
gliedern, gelingt nur schwer. Außer der Kirche sind nur
vereinzelt Stilmerkmale an Gebäuden zu finden. Bei dem
Rundgang aber wird auf noch erkennbare Baustile vergangener
Zeiten besonders hingewiesen.-
-
DAS
BAUERNDORF ACHIM
-
-
Achim,
ohne eine historisch gewachsene Altstadt wie die
meisten Städte vergleichbarer Größe, hat sich aus
einer bäuerlichen Gemeinde entwickelt.
-
Im Bauerndorf Achim ist die
Bebauung weitläufig und locker, wie es für ein
Haufendorf bezeichnend ist. Zuerst waren Häuser da, denen
sich die Wege anpassen mußten. Der dörfliche Kern
besteht aus einem sehr unregelmäßigen und winkligen
Wegenetz.
-
In der zweiten Hälfte des
18. Jahrhunderts war das Leben der Menschen im Dorf Achim
ländlich bäuerlich bestimmt. Man baute niedersächsische
Bauernhäuser, wie man es seit Jahrhunderten getan hatte.
Füllte man die Fächer des Fachwerkhauses zunächst
mit Lehm aus, ging man Anfang des 19. Jahrhunderts dazu über,
dafür Ziegel zu verwenden. Bei den Dächern vollzog sich
im gleichen Zeitraum ein Wandel vom Stroh zum Dachziegel.
-
-
HAUS
CLÜVER
-
-
1
Dieses typische Zweiständer-Niedersachsenhaus ist das Haus
eines wohlhabenden Bauern aus dem Jahre 1652. Es brannte 1823 ab
und wurde im selben Jahr neu errichtet; diesmal mit
Ziegelgefachen, einem Ziegeldach und einem Schornstein. Als das
Haus zu verfallen drohte, kaufte es die Stadt Achim 1970 auf. In
sechsjähriger Arbeit wurde es renoviert. Heute wird die
untere Etage für Ausstellungen, Versammlungen und Empfänge
genutzt. Im ersten Obergeschoß teilen sich den großen
Raum die Geschichtswerkstatt Achim und der Heimatverein Achim.
-
-
Die Inschrift über der
Dielentür lautet:
-
-
Bewahre Herr das
Vaterland vor Krieg und Landes-Plagen, schütze dieses Haus
vor Sturm und Brand und segne was wir haben. Gib Dein
Gedeihen zur Kinderzucht und laß sie wohlgeraten, besegne
auch des Viehesfruchtt, die Wiesen und die Saaten.
-
Franz Clüver und seine
Ehefrau Metha Clüver geb. Wigmanns
-
Anno 26. Juni 1824.
-
-
 Haus
Clüver -
-
HAUS
MEISLAHN
-
-
2
Hier entsteht die alte früher an diesem Platz vorhandene
Hofstelle nach den Vorstellungen des heutigen Besitzers neu. Die
Scheune aus dem 18. Jahrhundert ist so hergerichtet worden, wie
sie früher war. Die Gefache sind mit Staken und
Weidengeflecht ausgefüllt. Daneben entsteht in
traditioneller Fachwerkbauweise ein weiteres Gebäude.
-
-
ST.
LAURENTIUS-KIRCHE
-
-
3
Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche ist im Jahr 1257.
Die ältesten Teile der Außenmauer des Langhauses und
das Untergeschoß des Turmes aus Feldsteinmauerwerk sind
allerdings älter. Es ist ursprünglich eine romantische
Backsteinkirche gewesen. Sie diente in Kriegszeiten und bei
Bränden als Zufluchtsort.
-
In der Spätgotik (14.
Jahrhundert) wurden neue Fenster aufgestemmt. Die vorhandene
Flachdecke wurde durch ein Wulstrippengewölbe ersetzt. Ein
Chorraum und zwei Kapellen wurden angebaut, um eine Kreuzform zu
erreichen.
-
-
RIEKES
HONIGKUCHENFABRIK
-
-
4
Die Obernstraße ist eine verhältnismäßig
junge Straße. Eine regelmäßige Bebauung erfolgte
Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts. Heute ist sie eine
lebendige Fußgängerzone.
-
Die Häuser, nunmehr
zweigeschossig, zeigen teilweise zahlreiche und vielgestaltige
Verzierungen.
-
Als Beispiele für Gotik,
Klassizismus und Jugendstil finden Sie u. a. Riekes
Honigkuchenfabrik.
-
 Riekes
Honigkuchenfabrik. -
-
Aus dem alten Teil der Stadt
münden viele Straßen in die fast gradlinige
Obernstraße, der früheren Hauptstraße. Insgesamt
wirkt die Neustadt planvoll und durchdacht.
-
-
 Teil
der Fußgängerzone. -
-
MARKTSCHULE
-
-
5
Beispjiel eines neugotischen Bauwerkes (1150 1500)
(Orientierungsstufe).
-
Erbaut wurde die Marktschule
1894 als gotischer Backsteinbau von dem jungen Architekten
Meislahn. Wie für die damalige Zeit üblich, wurden
Bogen und Verzierungen an den Außenwänden angebracht.
-
Über der Eingangstür
steht der Spruch:
-
-
1894
-
Gott zur Ehr
-
Der Gemeinde zum Segen.
-
-
Im Laufe der Jahre hat die
Schule ihr Gesicht etwas verändert. Sie wurde aufgestockt,
und die Fenster wurden vergrößert. Es folgten auch
einige Anbauten. 1972 wurde das Gebäude an der West- und
Südseite saniert. Es wurde neu verfugt, neue Backsteine
wurden eingefügt und die alten, beschädigten entfernt.
-
-
OBERNSTRASSE
51
-
-
6
Obernstraße 51, (heutige Kreissparkasse), Beispiel eines
Jugendstil-Baues (ca. 1896 1910).
-
-
Die Spar- und Leihkasse des
Kreises Achim baute diesen funktionalen Verwaltungsbau am
Marktplatz im Jahre 1891. In dem Gebäude befindet sich heute
die Kreissparkasse Verden.
-
-
Es war ursprünglich ein
Backsteingebäude und wurde später verputzt. Der jetzige
weiß-rosa-graue Anstrich ist von 1995.
-
-
Im Jahre 1912 bekam das Haus
einen Anbau im dem bisherigen Sommergarten des Hotels Stadt
Bremen.
-
-
Das Gebäude rechts vom
Eingang vereinigt zwei Baustile: Ganz rechts den Klassizismus mit
Scheinsäulen, strenger Symmetrie, rechten Winkeln und
Dreiecksformen, während der linke Teil ganz im Jugendstil
gehalten ist. Der linke Teil vom Eingang zeigt dann wieder ein
wenig Klassizismus.
-
-
OBERNSTRASSE
41
-
-
7
Obernstraße 41 (Goldschmiede Rumsfeld, Beispiel eines
klassizistischen Hauses (ca. 1770 1830).
-
-
Der alte Stall, der dort einmal
stand, ist abgerissen worden. Der Müller Weidenhöfer
hat dann das Haus gebaut, um seine Malerzeugnisse in der Stadt
Achim zu verkaufen.
-
-
Er war während der
Franzosenzeit (1801 1815) Bürgermeister und ließ
wahrscheinlich deshalb das Haus im Stil des französischen
Klassizismus errichten in strenger Symmetrie, mit rechten Winkeln
und Dreiecksformen.
-
-
Das Haus hatte anschließend
verschiedene Nutzer. Heute sind dort Werkstatt und der
Verkaufsraum eines Goldschmiedes untergebracht.
-
 Goldschmiede
Rumsfeld, Obernstraße 41. -

|
|
1 -
Haus Clüver 2 - Haus Meislahn 3 - St. Laurentius-Kirche
(Abb. Ganz .....oben) 4 - Riekes
Honigkuchenfabrik 5 - Marktschule (Neugotisches .....Bauwerk) 6
- Ehemaliges Kreishaus .....(Jugendstil/Klassizismus) 7
- Obernstraße 41 (Klassizismus) |
a
- Hexentreppe b - Amtsgericht c - Kulturhaus
Alter Schützenhof d - Rathaus (2. Abbildung
von oben) e - Speicher Scherf f - Alte Apotheke
SEITE
SCHLIESSEN |