- MARITIME
DENKMÄLER AN DER ELBMÜNDUNG UND MEHR
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Cuxhavens exponierte Lage an
der Mündung der Elbe verband die Stadt und die vorher hier
lebenden Menschen seit frühesten Anfängen mit der See.
Weit spannt sich der Bogen von den ersten Fischern, die nach der
Aussage des römischen Schriftstellers und
Germanien-Reisenden Plinius um die Zeitenwende in elenden
Hütten lebten, errichtet auf Erdhügeln, aufgeworfen
nach Maßgabe der höchsten Flut und mit dem ablaufenden
Wasser den Fischen nachjagten.
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Sächsische
England-Auswanderer, Wikingereinfälle, die mächtige
Hanse, Übersee-Großsegler, Dampfschiffe,
Fahrwassersicherung, Deichbau, Hochseefischerei und mehr
hinterließen ihre Spuren. Viele sind verweht. Sie sind
zur Spurensuche eingeladen, beginnend an der Seefahrtsschule,
entlang des Wassers bis zum Steubenhöft. Entdecken Sie
die Zeugnisse menschlichen Wirkens an der hier fast 20 km breiten
Elbe.
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1.
Sie stehen auf dem Deich gegenüber dem Fährhafen.
Linker Hand erstreckt sich die Grimmershörnbucht bis zur
Kugelbake. Der Name Grimmershörn geht auf den Bauern Grimmer
zurück, der auf der hornartig vorspringenden Landzunge sein
Vieh weidete. Das friedliche Aussehen von Deich und Vorland läßt
die dramatisch ablaufende Entwicklung kaum ahnen. Durch die
Verdriftung der Elbe nach Norden wuchs hier bis um 1600 fast 3 km
Vorland an. Der Ritzebütteler Amtmann Schafshausen sorgte
1618 für die Eindeichung.
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 Grimmershörnburcht
mit Kugelbake im Hintergrund. -
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Der Strom verdriftete aber
bereits nach Süden. In rund 100 Jahren ging das Land
stückweise wieder verloren, z. T. bei Sturmfluten. Ab 1720
begannen steinerne Stackbauten. Der neue Deich verband die
Hauptbollwerke Alte Liebe und Kugelbake. Ein letzter
sichelförmiger Einbruch ergab 1744 die heutige Deichlinie.
Die Kugelbake ergänzte ab etwa 1700 die Roßbake am
Hafen. Sie kennzeichnet die Mündung der über 1100 km
langen Elbe und ziert unser Stadtwappen.
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Im Fährhafen vor Ihnen
liegt der Seenotrettungskreuzer Herrmann Helms, rund
um die Uhr einsatzbereit. Bereits 1862 existierte in Cuxhaven
eine Rettungsstation, seit 1865 die Deutsche Gesellschaft
zur Rettung Schiffbrüchiger.
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Die sich hinter Ihrem Rücken
befindliche Seefahrtschule, bestand schon um 1800 als
Privatinstitut. Nautiker waren damals Mangelware, die Ausbildung
teuer.
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Der Weg führt uns nun
weiter auf dem Deich in Richtung Hafen.
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2.
Bald sehen Sie auf der rechten Seite einen langgestreckten
Holzbau, die sogenannte Bretterkaserne. 1893 zog hier
die erste Garnison der Marine-Artillerie ein. Bis 1918 genutzt,
diente sie dann als Wohnraum für sozial Schwache. Ab 1945
fanden hier Ostvertriebene eine Bleibe. Kleine und große
Wetternkaserne dahinter entstanden. 10 Jahre später, das
imposante Stabsgebäude linker Hand 1911. Der
Marinestützpunkt Cuxhaven wurde 1991 aufgelöst. Das
Ensemble steht unter Denkmalschutz.
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An der nächsten Treppe
verlassen Sie den Deich und gehen zum Wasser.
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3.
Auf der Rasenfläche der jetzt aufgespülten Bucht begann
einst das Cuxhavener Badeleben. Wo heute das Hotel Seepavillon
steht, gründete Amtmann Abendroth 1816 das Seebad Cuxhaven.
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Wenden Sie sich hinter dem
Seepavillon zum Leuchtturm, von da links zur Alten Liebe.
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 Badehaus
um 1820. -
4.
Der zylindrische Backstein-Leuchtturm ist der älteste an der
deutschen Nordseeküste. Er ersetzte die Roßbake und
einen Leuchtenpfahl. Eine neuartige Argandsche Lampe englischer
Bauart sorgte für Sichtweiten bis 30 km. Dafür mußte
der Wärter gegen das Verrußen und Beschlagen ständig
Scheiben putzen und heizen. Stets auf dem neuesten Stand der
Technik gehalten, dient er heute als Quermarke beim Kurswechsel.
104 Stufen führen auf 23 m Höhe, 5 m Durchmesser hat
die achtzehneckige Laterne. Nach Rüböl und Petroleum
brannte ab 1903 Gas und ab 1913 elektrisches Licht.
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Auf dem Weg zur Alten Liebe
befindet sich linker Hand das Minensucher-Ehrenmal von 1935, das
Cuxhavens lange Tradition als Minensucherhafen ab 1905
1968 dokumentiert.
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Wenige Schritte weiter ragt das
Semaphor (Zeichenträger) auf und dokumentiert frühere
Nachrichtentechnik. 1884 gebaut, erforderten Sturmschäden
1904 den Neubau. Die Zeichen B und H
stehen für Borkum und Helgoland, jeder Arm bedeutet 2
Windstärken, die Pfeile zeigen die Windrichtung.
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Sie erreichen nun Cuxhavens
symbolträchtiges Bollwerk, die Alte Liebe. Seit
Baubeginn nach 1720, dient es der Sicherung der Küste und
der Hafeneinfahrt. Die Basis bilden unter Wasser drei versenkte
Schiffswracks, von denen das größte Liebe,
Olive oder Olivia geheißen haben soll.
Eine Verballhornung über Ole Leev führte
wohl zum heutigen Namen.
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Folgen Sie nun dem Alten Hafen
landeinwärts.
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Mit Hafenbauversuchen taucht um
1570 erstmalig der Name Kuckshaven ungeklärter Herkuntt auf.
Er war Nothafen, Lotsen- und Bergungsstation. Seit dem 17.
Jahrhundert gibt es Rettungsanweisungen für gestrandete
Schiffe.
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 Cuxhavener
Leuchtturm von 1803. Im Hintergrund das Semaphor, das
Minensucherehrenmal und die Alte Liebe.
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Zunächst betrieben die
Werften das Rettungsgeschäft. Dampfschlepper ab 1850 ließen
spezielle Bergungsunternehmen wie die Bugsierreederei im
Klinkerbau von 1923/24 rechts entstehen.
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Parallel zur Straße Am
Alten Hafen wandern Sie auf dem Deich weiter bis auf die
Slippenbrücke.
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5.
Ein Slippen ist ein Deichdurchlaß, der bei Hochwasser
geschlossen wird. Die Klappbrücke löste eine Drehbrücke
ab und verbindet Alt-Cuxhaven mit der früheren Ostseite und
dem Alten Fischereihafen.
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 Feuerschiff
Elbe 1 -
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Im Hafenbecken vor der Marina,
einer modernen Wohnbebauung am Wasser, sehen Sie das legendäre
ehemalige Feuerschiff Elbe 1. Dieses letzte bemannte
Feuerschiff der Elbmündung, mit dem Namen Bürgermeister
OSwald lag von 1948 bis 1988 auf der Position Elbe
1. Das anerkannte, fahrbereite Baudenkmal ist jetzt Museum.
Feuerschiffe gehörten wie auch Bojen und Tonnen zu den
schwimmenden Seezeichen und hatten die Aufgabe, die Seefahrer vor
Untiefen und Gefahren im Fahrwasser zu warnen. Oft waren
Feuerschiffe auch die letzte Rettung für Schiffbrüchige.
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Die auf dem Deich befindliche
Mauer wurde als Deicherhöhung nach der Februarflut 1962
aufgesetzt. Auf breiter Front lief damals das Wasser über
den Deich. Jenseits des Deiches und der Fluttore blicken Sie auf
den ältesten Teil Alt-Cuxhavens.
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Wenden Sie sich nun zurück
und passieren die Klappbrücke. Biegen Sie vor der Eimerkette
des abgewrackten Baggers Ritzebüttel durch das
Fluttor links ein.
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6.
Hier am Brunsbüttelhöft finden Sie einen der beiden
weltgrößten, 6 t schweren Stockanker. Rundum begann
einstmals die Cuxhavener Hochseefischerei. Nach unbedeutenden
Verkäufen von Elbheringen ab etwa 1800 gelang erst 1908 nach
einigen Anläufen die Gründung des Fischmarktes. Der
Fischereihafen lag auf dem Gebiet der damaligen Spülschleuse
und des Quarantänehafens. Bei der Verlängerung nach
Süden 1922 verschwand der Quarantänefriedhof.
Überwiegend ruhten dort Cholera-Opfer. Von den
Seucheschiffen durfte niemand an Land.
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7.
Vom Hafenende gönnen Sie sich einen Abstecher zur
Konrad-Adenauer-Allee. An der Ecke finden Sie ein grünes
Hafeneinfahrtsfeuer, eine Schiffsschraube und einen Duckdalben,
benannt nach dem spanischen Duc (Herzog) Alba, der diese Anleger
erfunden haben soll.
Jenseits der Straße am
Schleusenpriel befindet sich, eingebettet in Rasen-Wellen
der letzte hölzerne Hamburger Gaffelschoner Hermine.
Unter verschiedenen Eignern, Namen und Flaggen war er von 1904 bis
in die vierziger Jahre als Frachtschiff in Fahrt.
 Gaffelschoner
Hermine
8.
Zurück zum Hafen, folgen Sie dem Dugekai, benannt noch dem 1
. Fischereiinspektor Cuxhavens. Vor den zwischen 1910 und 1922
gebauten Fischhollen III bis VI benutzen Sie den Weg am Wasser bis
zum Hallendurchgang zur Präsident-Herwig-Stroße.
Die Hallen stehen unter
Denkmalschutz, an der Wasserseite wurde der Fisch versteigert, an
der Straßenseite verarbeitet und verpackt. 1991 brannte ein
Teil ab.
 Fischhallen
III bis VI
Schwenken Sie cm
Hallendurchgang links ein und überqueren Sie am Ende der
Straße die Schleuse des tideunabhängigen Neuen
Fischereihafens.
9.
Vor Ihnen liegen nun die HAPAG-Hallen. Als die großen
Passagierdampfer der Hamburg-Amerikanischen-Packetfahrt
Actiengesellschaft unter Ballin wegen ihres Tiefganges
Hamburg nicht erreichten, kam der Bau eines tiefen Hafens in
Cuxhaven voran. Ab 1889 fertigte man Überseeschiffe auf der
Cuxhavener Reede ab. 1902 wurde der Backsteinbau im Stil der Zeit
fertig. Aus den großen Hallen durch den langen Gang zum
Steubenhöft verließen Reisende und unzählige
Auswanderer über den Bahnhof der Tränen die
Heimat. Das von Historikern als einmalig geschützte, in
seiner ursprünglichen Einheit erhaltene Ensemble steht unter
Denkmalschutz.
 Die
Hapag-Hallen, erbaut 1902
10.
Steigen Sie nun auf die Aussichtsgalerie im 2. Stock des
Steubenhöftes (nach Friedrich Wilhelm von Steuben, 1730-1794,
amerikanischer General deutscher Herkunft). Im Treppenhaus
erwarten Sie Bilder aus der Geschichte der Cuxhavener
Passagierschiffahrt von der berühmten lmperator-Klasse
bis zur Hanseatic. Von oben haben Sie einen
umfassenden Überblick über den Amerikahafen und die
Anlagen Humberkai und Europakai. Auf diesem Areal lag der
Minensucherhafen. 1897 eröffnete der Schnelldampfer Fürst
Bismarck den Betrieb am Lentzkai. Ein Unfall durch Orkan gab
1903 schließlich den Ausschlag zum Bau des Anlegers am
Strom. 1910 legte die Auguste Viktoria am Steubenhöft
an.
Damit ist der maritime
Spaziergang beendet.
Auf dem Spaziergang nicht
erreichbare, aber lohnenswerte Ziele sind außerdem:
1 . Das Stadtmuseum,
Südersteinstr. 38,
2. Das Fort Kugelbake, Tel.:
0 47 21/4 08-1 88
3. Der Leuchtturm Dicke
Berta", Tel.: 0 47 22/7 58
4. Das Wrackmuseum,
Stickenbüttel, Dorfstr. 80
5. Das U-Boot-Archiv, Tel.: 0
47 22/3 22
Gerhard Wurche

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