K U L T U R    I N    D E R    R E G I O N



Museumsschiff "Greundiek"

Arbeit an Bord - Der Maschinist


Links: Ölen
Rechts: Ein Kolben wird gezogen

In der Küstenschifffahrt wurden die Maschinisten auch “Meister” genannt. Zu den wichtigsten Aufgaben gehörte das Abschmieren der Hauptmaschine. Alle 2-3 Stunden mussten mit der Ölkanne die Kipphebel, der Hilfsdiesel und verschiedene Schmierstellen mit frischem Öl versorgt werden. In der Nacht riss das Rasseln des Weckers mehrmals den Maschinisten aus dem Tiefschlaf, denn er musste aus der warmen Koje in den lauten Maschinenraum zum Abschmieren.

Der Maschinist zählte an Bord zu den “Tagelöhnern”, das heißt, er hatte keine geregelte Wache, sondern konnte sich die Arbeit einteilen. Am Morgen, nach dem Frühstück um 730 , musste der Tagestank mit Diesel aufgefüllt werden. 300-600 Liter Diesel wurden mit der Handpumpe in den Tank gepumpt. Mit der Kontrolle der Filter, dem Entwässern der Treibstofftanks, dem Blick in die Bilgen, der Überprüfung der Stromerzeugung und der Kontrolle von Schmieröldruck, Luftdruck in den Flaschen, Kühlwasser- und Öltemperatur war der erste Rundgang beendet.

Die Betriebsstunden der Maschine, Schmieröldruck, Abgas- und Kühlwassertemperaturen wurden fein säuberlich in das Maschinentagebuch eingetragen. Spannung und Stromstärke an der kleinen Schalttafel im Maschinenraum musste der Maschinist stets im Blick behalten, denn ein “Black-Out”, das Zusammenbrechen der Stromversorgung konnte schlimme Folgen haben. Daher musste der Maschinist immer rechtzeitig den Hilfsdiesel anwerfen und den zweiten Generator zuschalten, wenn besonders viel Strom verbraucht wurde.

War das Schiff auf See, konnte man nicht den Handwerker anrufen, wenn der Wasserhahn tropfte, das Licht in der Kombüse nicht ging, die Klospülung versagte oder die Relingstütze angeschweißt werden musste. Für all diese Dinge war der Maschinist zuständig. Die großen Reparaturen an der Maschine kamen zum Glück nur selten vor. Ein Ausfall der Hauptmaschine bei schwerem Wetter bedeutete größte Gefahr für Schiff und Besatzung. Wenn auf See der Kolben gezogen werden musste, war das ganze Können des “Meisters” gefragt.


Weiter zum Kapitel „Arbeit der Matrosen“




SEITE SCHLIESSEN