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Museumsschiff "Greundiek"

Das Stader Küstenmotorschiff Greundiek - Auslegung, Schiffbau




Als nach dem Ende des 2. Weltkrieges die ersten Baugenehmigungen der Alliierten in Aussicht standen, veranstaltete der Verband Deutscher Küstenschiffseigner eine Ausschreibung. Eine Arbeitsgemeinschaft unter Führung des Schiffbau-Oberingenieurs Adolf Weselmann entwickelte den Entwurf eines Küstenmotorschiffes, der von den deutschen Werften vielfach als Basisentwurf verwendet wurde ("Weselmänner").

Bei der Rickmers-Werft in Bremerhaven entstand in Konkurrenz ein ganz eigener Entwurf mit besonderen Merkmalen. Vier Schiffe dieses Typs wurden gebaut. Dietrich Buse legte Hauptmaße und Linien fest, Konstrukteur Heinz Heinsohn brachte seine praktischen Erfahrungen mit Fischdampfern ein, zeichnete den Generalplan und führte die Rechnungen durch. Die "Hermann Hans" (heute: "Greundiek") erhielt den scharfen Bug eines Fischdampfers und ein gefälliges Kreuzerheck. Diese Maßnahmen erzielten ein besonders gutes Seeverhalten: die "Hermann Hans" konnte bei mehr Seegang ihre Fahrt beibehalten als andere Schiffstypen.


Eine besondere Eigenart dieses Typs ist der Doppelboden. Nicht eingemessen erhöhte er die Tragfähigkeit des Schiffes; er verlieh dem Schiff eine robuste Struktur (viele andere Schiffe mussten nachträglich verstärkt werden); und er machte auch die häufig anfallenden Ballastreisen sicherer, bzw. bei ungünstigen Bedingungen schneller. Zur Erhöhung der Stabilität bei Ballastfahrt hat das Schiff im Doppelboden Ballasttanks, die mit Wasser gefüllt werden konnten.


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