|
J U N G E P H I L H A R M O N I E E L B E W E S E R |
|
|
In Universitas wurde folgender Artikel über das Internationale Jugendsinfonieorchester Elbe-Weser veröffentlicht: Jugendsinfonieorchester mit großartiger Leistung, Der Beifall wollte kein Ende nehmen so und ähnlich enthusiastisch lauten die Urteile der Presse nach den Auftritten des Internationalen Jugendsinfonieorchesters Elbe-Weser unter seinem Dirigenten Andreas Mildner. Das Orchester entsteht Jahr für Jahr, Sommer für Sommer neu, aus dem Nichts, indem junge Leute zusammenkommen und gemeinsam musizieren, so Mildner, der seit 1992 dabei ist. 1988 vom Landschaftsverband Stade zur Förderung der Kulturarbeit im geografischen Dreieck zwischen Elbe und Weser im Norden Niedersachsens ins Leben gerufen, ist es heute das einzige regionale Jugendsinfonieorchester Deutschlands mit internationaler europäischer Besetzung. Von den rund 70 Orchestermitgliedern im Alter zwischen 14 und 25 Jahren stammt etwa ein Drittel aus Deutschland, die anderen kommen aus Finnland, Großbritannien, Island, Lettland, Polen, Rumänien, Russland, Schweden, der Schweiz, Spanien und Ungarn. Werke vom Barock bis zur Moderne gemeinsam zu erarbeiten und zusätzlich zur eigenen musikalischen Ausbildung Orchestererfahrung zu sammeln oder zu vertiefen darin sieht Andreas Mildner die Zielsetzung dieses Orchesters. Dass es aufgrund seiner gesamteuropäischen Zusammensetzung gerade im Hinblick auf die bevorstehende Osterweiterung der Europäischen Union auch eine kulturelle Brückenfunktion ausübt, erhöht seine Bedeutung noch. Konzerttourneen der jungen Sinfoniker in Niedersachsen, Bremen, Hessen, aber auch nach Rumänien und Island haben inzwischen die Bestätigung erbracht, dass ihr künstlerisches Niveau dem des Bundesjugendsinfonieorchesters in keiner Weise nachsteht. Diese herausragende Leistung ist vor allem dem enormen Engagement des Schweizers Andreas Mildner zu danken. Auf bislang fünf CDs durchweg Live-Mitschnitte der Konzerte aus den Jahren 1999 bis 2003 sind die künstlerischen Ergebnisse der Arbeit des Orchesters dokumentiert. Handelt es sich auch häufig um bekanntere, eingängige Werke beispielsweise Mendelssohn-Bartholdys Ouvertüre Die Hebriden und seine "Schottische Symphonie", Edward Elgars "Enigma"-Variationen" oder Tschaikowskys "Fünfte" , so fordert Mildner dadurch zu Vergleichen mit Referenzeinspielungen geradezu heraus. Das Resultat spricht für ihn und sein Orchester. In anderen Fällen wagt Mildner sich weiter vor: So mit zwei anspruchsvollen Mozart-Arien für Sopran, dem Konzert für Klavier und Orchester von Edward Grieg, zwei Beethoven-Romanzen oder Mozarts Konzert für Horn und Orchester. Denn hier werden beträchtliche Anforderungen auch an die jungen Solistinnen und Solisten gestellt und von Julia Barthe (Sopran), Ástrídur Alda Sigurdardóttir (Klavier), Alexandra Hateg-Turcus (Violine) und Atvars Lakstigala (Horn) professionell erfüllt. Mit der Einbeziehung von hierzulande sehr selten aufgeführter Werke wie der Pastoral Symphonie (Sinfonie Nr. 3) von Ralph Vaughan Williams oder der "Sinfonie Nr. 2" von Alexander Borodin leisten Mildner und sein Orchester zugleich einen wertvollen Beitrag zur Erweiterung des musikliterarischen Hörhorizonts ihres Publikums. Den vielleicht überzeugendsten Nachweis seiner musikalischen Hochkarätigkeit erbringt das Orchester jedoch mit der "Parsifal"-Konzertfassung für Orchester allein (nach Erich Leinsdorf). Hier wird mit einer Präzision musiziert, wie man sie bei so mancher Referenzaufnahme schmerzlich vermisst. Überdies erstaunlich ist das bei nahezu allen Aufnahmen außerordentlich klare, gut durchhörbare Klangbild. Das eigentlich Bestechende und vor allem Überzeugende an den Aufnahmen des Internationalen Jugendsinfornieorchesters Elbe-Weser ist seine Frische, seine Unverbrauchtheit und die auf den Zuhörer überspringende Begeisterung der Musiker. Adelbert Reif in Universitas. Orientierung in der Wissenswelt. Nummer 694. April 2004. S. 431-432 |
|
|
|
|