Kurz: Landschaftsverband Stade

Modellprojekt Landkreis Rotenburg/Landkreis Stade/Landschaftsverband Stade:

Twee Spraken sünd mehr as een - Mehrsprachigkeit im Kindergarten

0. Was ist Mehrsprachigkeit?

  • - Mehrsprachigkeit ist die Fähigkeit eines Menschen, zwei oder mehr Sprachen als Kommunikationsmittel zu verwenden und zwischen diesen Sprachen hin und her zu wechseln
  • - 70% der Weltbevölkerung gebraucht jeden Tag mehr als eine Sprache
  • - Sprachen sind Ausdruck kultureller Vielfalt. Es gibt etwa 6500 verschiedene Sprachen,
  • etwa alle zwei Wochen verschwindet eine
  • 1. Warum Mehrsprachigkeit?

    - Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, lernen später leichter Fremdsprachen wie Englisch oder Französisch

  • - Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, lernen ihre Heimat und Herkunft unmittelbar kennen
  • - Kinder, die zweisprachig aufwachsen, lernen den doppelten Wortschatz spielerisch und schulen damit ihr Gedächtnis
  • - Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, können besser und differenzierter mit ihren Mitmenschen im Alltag umgehen, vor allem auch mit älteren Menschen (höhere soziale Kompetenz)
  • - Kinder die mehrsprachig aufwachsen, wissen von klein auf, dass es mehr als eine Sprache und ein Benennungssystem für die Wahrnehmungswelt gibt. Das führt zu größerer Offenheit im Zusammenleben mit ausländischen Mitbürgern.
  • - Mehrsprachigkeit begünstigt das analytische Denken und fördert daher den Intellekt (die Kinder lernen sehr schnell zu unterscheiden, das ein Begriff unterschiedlich ausgesprochen wird, wie z.B. Keih, Koi oder Köh)
  • 2. Warum sollen Kinder Plattdeutsch lernen?

  • - Plattdeutsch ist ein Ausdruck unserer regionalen Kultur
  • - Plattdeutsch ist die Nahsprache, die vielfach noch gesprochen wird
  • - Plattdeutsch ist die Sprache, die mit Geschichte und Kultur der heimatlichen Region ver- bunden ist
  • - Plattdeutsch ist die Sprache, die von den Erzieherinnen vermittelt werden kann
  • 3. Können Kinder im Kindergartenalter überhaupt eine Fremdsprache erlernen?
  • - Ja, weil das Vorschulalter für die Entwicklung des Gehirns und für die Fähigkeit zum Sprachenernwerb am grundlegensten und am geeignetsten ist.
  • - Ja, denn Vorschulkinder nehmen die zunächst fremde Sprache spielerisch auf,
  • - Vorschulkinder sind toleranter gegenüber Fehlern und Abweichungen, die sie selbst und andere machen
  • 4. Werden Vorschulkinder damit nicht überfordert?

  • - Man kann Vorschulkinder nicht überfordern, sie schalten ab und lassen sich nicht überfor dern
  • 5. Warum lernen die Vorschulkinder kein Englisch?

  • - Englisch ist keine Nahsprache, die in Norddeutschland gesprochen wird
  • - Die Erzieherinnen in den Kindergärten sind keine Muttersprachler (Englisch) und können die Sprache deshalb nicht wie Plattdeutsch vermitteln
  • 6. Wie sieht das Konzept der Mehrsprachigkeit im Kindergarten aus?

  • - Personenbezogene Methode: eine Erzieherin spricht durchgehend Plattdeutsch, die andere Hochdeutsch
  • - Zeitbezogene Methode: je nach sprachlicher und personeller Ausgangssituation des Kindergartens wird z.B. „jeden Tag eine Viertelstunde“ oder „mehrmals pro Woche“ nur Platt gesprochen
  • gemischte Methode
  • Bei der frühen Mehrsprachigkeit lautet die wichtigste Regel: eine Person, eine Sprache.
  • Die Einbeziehung einer Handpuppe, die nur „Plattdeutsch“ versteht, hat sich vielfach bewährt. Diese darf auch von den Kindern über Nacht mit nach Hause genommen werden, wenn zuhause jemand Plattdeutsch mit der Puppe sprechen kann.
  • Bei Kindergärten, in denen keine der Erzieherinnen Plattdeutsch spricht, können auch plattdeutsche „Experten“ außerhalb der Einrichtung diese Funktion übernehmen und ein- oder mehrmals pro Woche als Gast das Plattdeutsche vermitteln.
  • Das Plattdeutsche soll nicht als „Brauchtum“ oder „künstliche Unterrichtssprache“
  • sondern als Umgangssprache eingeführt werden. Alle Bereiche des Kindergartenalltags sollten davon berührt werden.
  • Innerhalb eines Jahres können die Kinder damit in der Lage sein, Plattdeutsch zu verstehen
  • 7.Weiterentwicklung
  • - Eine Unterstützung des Spracherwerbs durch Eltern, Großeltern oder Bekannte würde diesen sehr beschleunigen. Möglicherweise könnten „Patenschaften“ oder Aktivitäten von Vereinen, Verbänden und Kommunen zur Mehrsprachigkeit die Bemühungen des Kindergartens wesentlich ergänzen und unterstützen.
  • Eine Weiterführung der Bemühungen zur Mehrsprachigkeit in der Grundschule wäre wünschenswert. Neben den Arbeitsgemeinschaften bieten vor allem die Betreuungszeiten in den Verlässlichen Grundschulen Möglichkeiten der Berücksichtigung und Förderung der Regionalsprache.
  • - Die Sprachenförderung ein wesentlicher Bestandteil und Schlüssel zur regionalen Kulturförderung ist.
  • Hinweise:

    Die Geschäftsstelle des Landschaftsverbandes Stade, Tel. 04141/46300, und Herr Hans Hinrich Kahrs, Tel. 04765/780, stehen für Fragen ebenfalls gern zur Verfügung.