Kurz: Landschaftsverband Stade

Leben ins Dornröschenschloß

Im Jahre 2010 wollten wir unsere Museumspädagogische Woche im Heimatmuseum in Stade und in Zusammenarbeit mit der benachbarten Schule am Burggraben veranstalten. Das Heimatmuseum stellte sich möglichen Besuchern so dar:

...ein Zustand, dem wir entgegen gewirkt haben!

15. Museumspädagogische Woche im Heimatmuseum in Stade

Zum 15. Mal führte der Landschaftsverband Stade im Rahmen seiner Kulturförderung im Elbe - Weser- Dreieck und in Zusammenarbeit mit dem museumspädagogischen Dienst des Schwedenspeicher-Museums in Stade seine „Museumpädagogische Woche“ durch. Als Partner für dieses Jahr wählten wir das Heimatmuseum Stade und die direkt daneben gelegene Schule am Burggraben.

Das Heimatmuseum in Stade ist derzeit in einen Dornröschenschlaf versunken, eine bedruckte Pappe am Eingang teilt mit, daß das Museum zur Zeit geschlossen sei und nur nach Vereinbarung geöffnet werden könne. Für eine Woche haben wir Leben in dieses Haus gebracht.

Als eines der ältesten im Elbe-Weser-Dreieck als Museum gebauten Häuser zeigt dieses Museum die Schwerpunkte, die die Gründer vor über 100 Jahren für die Bildung der Stader Bürger als wichtig empfanden: Blaudruck, einige wenige archäologische Objekte, Schreibgeräte und -maschinenvorgänger, Lampen und Leuchten verschiedenster Couleur, Bauernhausmodell und Handwerksberufe, Münzsammlung und Kachelöfen, gutbürgerliches Wohnen mit Schapp und Schweizer Wandtapete, Schwedenzeit, Altländer Trachten mit Zubehör, die später dazu gekommene Bildersammlung der Bezirksregierung und die neue Abteilung historische Gaststätte mit Alkoholherstellung.

Aus diesen Schwerpunkten suchten wir uns folgende Themen für unsere Stationen aus:

Blaudruck und Batik (Maren Hansel und Karla Lütjen)

Auf Malers Spuren (Silke Straatman und Réne Trobisch),

Die Schweizer Wandtapete und ihre Aussagen (Jean-Loup Ringot)

Herstellung und Anbringung einer “Elbe-Weser-Dreieck-Wandtapete” (Birgit Weiden),

Trachten, ihre Bedeutung und Tanz (Mila Ruempler-Wenk und Nicola Trispel),

Lampen und Leuchten von der Steinzeit bis in die Zukunft (Hans-Georg Ehlers und Hubert Hansel).

(Die Texte zu den einzelnen Stationen wurden jeweils von einem der entsprechenden Teamer geschrieben.)

Und so erfüllte die 15. die Museumspädagogische Woche auch in diesem Jahr ihre Aufgabe: Einer Gruppe von Kindern wurde eine interessante Erfahrung in einem Museum bereitet um ihnen für die Zukunft Vorbehalte vor Museen (langweilig, verstaubt) zu nehmen, einer Gruppe von Museumspädagogen wurde die Möglichkeit gegeben, neues auszuprobieren und für die Arbeit im eigenen Haus zu verwenden und dem Museum selber wurden mehrere museumspädagogische Stationen gezeigt, die direkt mit diesem Haus zusammen hängen und sich deshalb auch in Zukunft für die museumspädagogische Betreuung von Kindern eignen. So sind von dieser Projektwoche die Stationen „Kerzen drehen“ und „Kerzen ziehen“ gleich auch für das nächste Fest des Geschichts- und Heimatvereins Stade auf der Museumsinsel übernommen worden.