Kurz: Landschaftsverband Stade

Museumspädagogische Woche 2010

Arbeit über eine historische Wandtapete…

Im Heimatmuseum Stade befindet sich eine große Wandtapete mit einer schweizerischen Landschaft aus dem 19. Jh.

Es handelt sich um eine fiktive Landschaft mit vielen Details, Bäumen, Tieren, Häusern und Menschen.

Damit hatten wir eine hervorragende Grundlage für Beobachtungsarbeit und Bildanalyse.

staderwandtapete2
Auf das Bild klicken, um eine größere Version zu sehen.

Die Gruppe „Tapete“ wurde in zwei Untergruppen geteilt und jede Halbgruppe hat abwechselnd hier und bei der Malereigruppe mit Birgit Weiden gearbeitet.

Die Arbeiten:

Das Kim-Spiel:

In einem Buch von Rudyard Kipling wird ein Spiel beschrieben: das Kind Kim beobachtet einige Minuten lang eine Sammlung von Objekten auf einem Tisch; danach muß er die Liste der Objekte nennen, natürlich ohne sie zu sehen. Daran haben wir uns für unser erstes Spiel inspiriert. Die Kinder haben 10 Minuten lang die Tapete betrachtet und mußten einige Fragen beantworten:

  • Was für Tiere gibt es auf der Tapete?
  • Wie viele Hunde habt ihr gesehen?
  • Eine Frau hält einen Krug auf dem Kopf;
    mit der rechten oder der linken Hand?
  • Schätze die Anzahl von Menschen.
  • Wer steht barfuß?
  • Gibt es Musikinstrumente und wenn ja welche?
  • Wie viel Kirchen gibt es?
  • Was habt ihr für Berufe erkannt?

Bei so einer Fülle von Details kann die Liste recht lang sein…

Wenn die Antworten zu zaghaft waren, durften die Kinder „10 Sekunden nachgucken!“

Das Suchspiel:

Vor der museumspädagogischen Woche hatte ich zahlreiche Aufnahmen von kleinen Details gemacht und die Kinder haben Abzügen davon bekommen; das Spiel besteht darin diese Details wieder zu finden. Einige waren recht einfach, andere viel kniffeliger:

Schweizer Wandtapete in Stade: Details 1

Schweizer Wandtapete: Details 2
Finden Sie diese Details in der Tapete wieder?

Die Biographien:

Die Kinder haben sich eine Person innerhalb der 50 Menschen, die auf der Tapete zu sehen sind ausgesucht und haben eine fiktive Biographie geschrieben. Wert wurde auf Details gelegt: Wo kommt sie her, hat sie Brüder oder Schwester, was haben ihr Eltern gemacht…

Hier sind die Geschichte, die die Kinder (und eine Lehrerin) geschrieben haben.

Margarete:

Museumspädagogik Schweizer Wandtapete: MargareteAls Kind hat ihre Mutter einmal überraschend festgestellt, daß Margarete sehr gut kochen konnte. So hat sie regelmäßig für ihre 5 Geschwister gekocht. Ihre Mutter hat ihr empfohlen als Gastgeberin in einer Herberge zu arbeiten. Neben ihrem Elternhaus befand sich eine Herberge, wo sie Arbeit gefunden hat. Sie hat sich so gut mit dem Besitzer verstanden, daß die beiden geheiratet haben. Inzwischen ist ihr Vater tot aber ihre alte Mutter hilft ihr bei der Arbeit in der Herberge. Da ihr Mann sich für Tauben interessierte, haben sie einen Taubenschlag gebaut; sie züchten Tauben, die sie in der Herberge servieren. Die Herberge ist wegen den Leckeren gebratenen Tauben berühmt.

Annalena Stach

 

Margarete vor der Tür der Herberge:

Margarethe vor ihrer Herberge

 

Felix:

Museumspädagogik Stader Heimatmuseum: FelixFelix hatte als Kind immer viel Freude am Umgang mit Tieren. Er hatte aber wenig Glück in seinem Leben; seine Mutter starb früh und er lebte mit seinem Vater und seinem Bruder. Irgendwann emigriert aber sein Vater nach Italien um Geld zu verdienen. Dort fand er seine zweite Frau und heiratete erneut. Als junger Mann mußte Felix für einige Jahren zum Militär. Als er damit fertig war, ist er zu seinem Bruder zurückgekommen; sie leben beide in dem alten Bauernhof seines Bruders und Felix paßt auf die Tiere auf.

Jan Jacobsen

 

 

 

 

Peter:Museumspädagogik Wandtapete Stade: Peter

Peter ist Trommler in einer Musikantengruppe. Er ist immer auf der Wanderschaft. Als Kind hat er immer mit allem, was er finden konnte, getrommelt. Er mußte auch zum Militär, dort hat er das Trommeln richtig gelernt und hat sich entschlossen, daraus seinen Beruf zu machen. Irgendwann hat er Gustav getroffen, der ziemlich gut Querflöte spielen konnte, dann waren sie zu zweit, es waren aber nicht genug um richtig Musik zu machen. Glücklicherweise trafen sie irgendwann den Paul, der ausgezeichnet Klarinette spielen konnte. Seitdem ziehen sie zu dritt von Dorf zu Dorf und spielen bei Hochzeiten und für Tänzergruppen. So verdienen sie das Geld, das sie zum leben brauchen. 

Sarah Kragge

 

Stader Heimatmuseum Wandtapete - MarioMario:

Mario wurde in Italien geboren. Seine Eltern sind aber leider an einer Krankheit früh gestorben. So mußte er von zu Hause wegziehen und kam in der Schweiz zu seinem Onkel. Sein Onkel baute Weizen an, so hat Mario angefangen mit diesem Getreide zu handeln.

Seine Kusine Emilia hilft ihm bei der Arbeit, sie bringt ihm das zweite Frühstück. Im Sommer hat er viel zu tun, jetzt bringt er die Weizengarben in der Scheune. Wenn das Wetter richtig warm wird, wird der Weizen mit anderen Männern gedroschen und anschließend geworfelt Der Verkauf des Weizens bringt das Geld zum leben.

 

Joshua Schilling

 

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Mario mit seiner Kusine Emilia

 

 

franz2Franz:

Franz lebt mit seinem Bruder und seiner Mutter in einem Haus. Sein Vater arbeitet als Soldat und ist mit seiner Kompanie unterwegs. Als Kind hat er sich immer aus Schilf kleine Flöten gebaut und war sehr musikalisch. Er hat sich das Spielen selbst beigebracht und hat in der Armee Musik gespielt und zwar die Klarinette. Als er zurückkam hatte sein Bruder Johann auch das Klarinettespielen gelernt und arbeitete als Berufsmusiker. Franz ist Schäfer geworden. Sie leben zusammen mit der Mutter in einem ziemlich großen Haus . Er hat Ziegen, Schafe und Kühe; aus der Milch macht er Käse. Er verkauft seinen Käse auf dem Markt. Ab und an wechselt er seine Arbeit mit Johann, dann spielt er die Klarinette und Johann hütet die Tiere.

Lena Köhler

 

Soldatwitzewitz2Aaron Witzewitz

Er war Soldat, er hatte einen sehr netten Hund. Regelmäßig übte er Kunststücke mit ihm. Da er ein guter Soldat war, ist er in der Armee geblieben. Früher, als er bei seiner Mutter war, half sie dem Hund bei den Kunststücken. Er war Kommandant geworden und war bei seinen Soldaten sehr beliebt. Zurzeit hat er frei und kommt wieder zu Hause um seine Verwandten zu besuchen. Er hat noch einen langen Weg vor sich und erholt sich ein wenig. Er überlegt ob er in der Herberge gegenüber essen gehen soll oder ob er heute noch weiter zum nächsten Dorf gehen soll. Seine Verwandten hat er durch die Postkutsche von seinem Besuch benachrichtigt. Er entschließt sich, weiter zu gehen. Vielleicht findet er in dem Dorf eine Bleibe für die Nacht. Dann, so hofft er, kann er schon morgen seine Mutter in die Arme nehmen.

Aaron von Schassen

 

lisa2Lisa Rost

Lisa hatte eine Schwester, die Anna hieß. Lisa war Blumenverkäuferin und lieferte auch frisches Wasser. Sie hat öfter mit Anna gesungen. Die beide wohnen noch bei den Eltern und Schnuffel, dem Hund der Familie. Ihr Vater ist Soldat und die Mutter ist Tänzerin in einer Tänzergruppe und macht regelmäßig Vorstellungen. 

Sie ging jeden Tag mit ihrem Hund Schnuffel spazieren das macht ihr Riesenspaß .Sie half ihrer Mutter immer beim Kochen manchmal kochte sie für ihrer Mutter und ihren Vater.

Asena Yesildag

 

 

 

katharina2Katharina Rest

Ich heiße Katharina und komme aus der Stadt Zürich. Dort wohne ich mit meinen Eltern und meinen beiden Schwestern in einem schönen Haus am Stadtrand. Meine Schwestern gehen noch in die Schule und meine Eltern sind beide Lehrer.

Gerade habe ich meine Schule beendet und wollte eigentlich in die große weite Welt. Doch meine Eltern meinten, ich müßte zu meiner Tante und meinem Onkel aufs Land, damit ich das Leben auf dem Lande kennen lerne. Hier soll ich meiner Tante im Haushalt helfen. Ja, ich soll all die Sachen machen, die mich gar nicht interessieren. Kochen, nähen, melken…

Oft denke ich an meine beiden jüngeren Schwestern, die sich in Zürich vergnügen. Wir schreiben uns Briefe und sie erzählen vom Leben in Zürich.

Mir ist sehr langweilig hier, ich will eigentlich nur noch zurück. In einer Woche ist es hier endlich vorbei. Zurück in der Stadt, werde ich mich sofort nach einer Möglichkeit erkundigen wie ich reisen kann. Am liebsten möchte ich nach Kanada, um dort in einem Krankenhaus zu arbeiten.

Die andere Aktionen…

Auf dem Bild sind Musikanten zu sehen; einer spielt die Trommel, einer die Querflöte und der Dritte die Klarinette. Trommel und Flöte sind gut bekannt aber wie funktioniert eine Klarinette? Um das zu begreifen haben wir aus Holunderstäben und Birkenrinde Schalmeien, die Vorfahren der Klarinette, gebaut.

Es sind auch einige Bogenschützen auf der Tapete zu sehen; gute Gelegenheit das Bogenschießen auf dem Gelände des Freilichtmuseums zu üben!

Wir haben auch den großen Fotoapparat des Museums unter die Lupe genommen und haben überraschend festgestellt, daß wir darin auf dem Kopf stehen!

Diese museumspädagogische Woche hat uns viel Spaß gemacht und wir haben dabei auch viel gelernt…

Jean-Loup Ringot