L A N D S C H A F T S V E R B A N D     S T A D E :   S C H R I F T E N R E I H E

Landschaftsverband Stade

Gerade in Zeiten des Klimawandels, in denen der Anstieg der Meeresspiegel und die Deichsicherheit zum weltweit beachteten Thema werden, sollte das Wissen um den Umgang der Menschen mit der „wankelmütigen See“ von der Vergangenheit bis heute ausgewertet und zugänglich sein: „Wie funktionieren Deiche, was können sie, wo sind ihre Grenzen“ sind die heute immer wichtiger werdenden Fragen. In bisher vier Publikationen von zwei Autoren hat der Landschaftsverband Stade die Geschichte des Deichbaus und der Deiche rund um das Elbe-Weser-Dreieck durchleuchten und darstellen lassen. Einer davon ist:

Dr. Michael Ehrhardt:

„Ein guldten Bandt des Landes“ - Zur Geschichte der Deiche im Alten Land

Dr. Michael Ehrhardt: Zur Geschichte der Deiche im Alten Land„Ein guldten Bandt des Landes“, ein goldenes Band des Landes - so nannten die Altländer im Jahr 1586 die Deiche, die ihr fruchtbares Marschenland an der Niederelbe umgürteten und vor den ständig drohenden Sturmfluten schützten. Im Alten Land (wie in den anderen Elbmarschen auch) waren alle Bereiche menschlicher Existenz vom dauernden Kampf gegen das Wasser und vom Leben am und mit dem Deich bestimmt: Siedlungsweise und Landschaftsprofil, Verfassung und Recht, Politik und Verwaltung, Gesellschaft und Wirtschaft, Kultur und Mentalität.

Im Auftrag der Landschaft der Herzogtümer Bremen und Verden hat der Historiker Dr. Michael Ehrhardt in den letzten drei Jahren eine Geschichte der Deiche im Alten Land vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert geschrieben, die am 16. Oktober 2003 öffentlich vorgestellt worden ist. Die auf vielen bisher unerschlossenen historischen Quellen beruhende Darstellung schildert facettenreich und anschaulich zahlreiche Themen und Vorgänge, die mit dem Deichbau in Verbindung stehen: die Wirkung von Deichen auf den Naturraum, Eindeichung und Kolonisation des Alten Landes, Deichbautechnik, Entwässerung durch Siele und Schleusen, genossenschaftliche und individuelle Organisation der Deicharbeit, Einfluß der Landesherrschaft auf das Deichwesen, die Rolle des Deiches in den sozialen Beziehungen zwischen den Altländern und ihren Nachbarn und innerhalb der Altländer Gesellschaft, Sitten und Gebräuche im Deichwesen sowie die Auswirkungen von katastrophalen Sturmfluten, Deichbrüchen und Überschwemmungen.

Ziel des Buches ist es, bei möglichst vielen Menschen Interesse und Verständnis für die besondere Bedeutung des Deichbaus als selbstverständlichem Teil von Landschaft und Lebenswelt an der Küste zu wecken. Es wendet sich auch an Schülerinnen und Schüler, die mehr über die heimische Geschichte vor Ort erfahren wollen.

Michael Ehrhardt aus Bremervörde, Jahrgang 1966, studierte an den Universitäten Göttingen und Hamburg Geschichte, Französisch und Pädagogik und wurde 1999 in Hamburg mit einer Arbeit über die Geschichte der Börde Selsingen zum Dr. phil. Promoviert. Tätigkeit beim Landschaftsverband der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden. Veröffentlichungen zur Regional- und Lokalgeschichte im Raum Bremervörde-Zeven. .

Das Buch „Ein guldten Bandt des Landes“. Zur Geschichte der Deiche im Alten Land (Michael Ehrhardt:Geschichte der Deiche an Elbe und Weser I, Schriftenreihe des Landschaftsverbandes der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden Band 18, Stade 2003. 624 Seiten, ISBN 3-931879-11-9) ist im Buchhandel erhältlich und kostet 39,80 €.


NÄHERES:  Landschaftsverband Stade, Im Johanniskloster, 21682 Stade, Telefon (04141)46300, Fax: (04141)47163, (www.landschaftsverband-stade.de), Bestellungen auch per
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