Landschaftsverband
Stade: Dies ist einer von drei Texten, die bei der
Museumspädagogischen Woche 2006 in Otterndorf von Schülern
als Ergebnis der einwöchigen Aktion entworfen wurden.
Tagesablauf
einer Bauerstocher im Sommer 1889
Sommer 1889, Marie, die
Tochter des Bauern Johann aus Hüll, wachte wie jeden Morgen,
in ihrem kleinen Zimmer, welches sie sich mit ihren kleinen
Schwestern teilen muss, auf. Es ist vier Uhr morgens und sie muss
in die Küche um ihrer Mutter beim Frühstück zu
helfen. Es gibt in Buttermilch gekochte Buchweizengrütze.
Gleich danach muss sie auch schon das zweite Frühstück
vorbereiten, das ihre kleine Schwester dem Vater auf das Feld
bringen soll. Zeit für sich bleibt ihr allerdings auch
nicht, da sie gleich noch die Kräuter und das Gemüse
aus dem Garten holen muss und dann die Wäsche von der ganzen
Familie waschen muss. Ihr wird es alles zu viel, die ganzen
Geschwister, die Ernte, einfach die ganze Arbeit. Aus diesem
Grund beschließt sie, sich Arbeit in der Stadt zu suchen.
Sie macht sich auf den Weg
Richtung Otterndorf. Unterwegs trifft sie auf einen Ochsenkarren,
der zum Kranichhaus fahren will. Glücklicherweise nimmt der
Fahrer sie mit und sie muss nicht länger laufen. In
Otterndorf im Kranichhaus fragt sie nach Arbeit und sie bekommt
eine Arbeitsstelle als Hausmädchen. Das Erste was sie zu tun
hat, war nach dem Aufstehen der Hausherrin das Bett zu machen.
Das Zimmer überrascht sie- es ist ganz anders als sie es von
zu Haus kennt und etwas anderes hatte sie ja noch nie gesehen. Am
meisten aber faszinierte sie das Kleid, es war aus gelber Seide
und mit vielen Kleinigkeiten verziert. Auch der Schmuck gefiel
ihr gut. Als nächstes musste sie der Köchin helfen. Sie
wird los geschickt um Wasser zu holen und mit dem Wasserfilter zu
filtern. Sie muss Feuer machen und danach auf die Kinder
aufpassen. Nach einiger Zeit bemerkt sie, dass ihr dieses Leben
noch weniger gefällt. Die Kinder gehorchen ihr nicht, die
Etage der Hausherrin darf sie nicht so oft betreten, obwohl ihr
alles so gut gefällt. Das Klavier, die Silhouetten, die
gemalt werden, die schönen Möbel, doch all das bringt
ihr nichts, da sie es nur anschauen darf. Marie wünscht sich
ihr altes Leben in Hüll zurück. Sie vermisst ihre
Familie und die Vertrautheit. Trotz der vergangenen Wochen kann
sie sich an das Leben in der Stadt nicht gewöhnen. Als ihr
dann auch noch mitgeteilt wird, dass sich ihre Mutter verletzt
hat und die gesamte Arbeit an den kleinen Geschwistern hängen
bleibt, da sie nicht genug Geld haben, macht sie sich am
folgenden Tag auf den Weg zurück nach Hüll. Dieses Mal
läuft sie den Weg, da sie keine Mitfahrgelegenheit findet.
Doch es macht ihr nichts aus und zu Hause angekommen beginnt ihr
altes Leben. Doch sie sieht es nun mit anderen Augen und weiß,
dass auch das Leben in der Stadt nicht einfacher ist.
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