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Museologie beim Landschaftsverband Stade: Hier sollen Texte entstehen, die allgemeine Hinweise für viele der Themen, zu denen in den letzten Jahren Fragen auftauchten, geben sollen. Die Texte werden bei neuen Erkenntnissen erweitert bzw. erneuert, ergänzt oder ersetzt. Anregungen werden von Hubert Hansel gern entgegen genommen.

Gründung und Betrieb von regionalen Museumsverbünden

Gerade auf dem Land gibt es viele Initiativen zur Bewahrung „des Alten“. Dabei kann es sich um Spezialsammlungen handeln, häufig aber geht es um das Sammeln von historischen Gegenständen aus dem eigenen Dorf. Und so sind vielerorts vergleichbare Sammlungen entstanden. Für eine touristische Attraktivität einer Region sind aber nicht viele kleine Sammlungen mit ähnlichen Ausstellungsstücken wichtig, wenn alle Museen das gleiche Sammeln wirkt das eher abschreckend auf potentielle Besucher. Um also einer Region wie z.B. einem Landkreis zu einer attraktiven Museumslandschaft zu verhelfen ist es wichtig, daß die Museen bzw. die Museumsbetreiber miteinander kommunizieren. Dazu bietet sich die Gründung eines Museumsverbundes an, an dem alle Beteiligten zwanglos sich treffen, sich und ihre Häuser gegenseitig kennen lernen, vielleicht auch schon Ausstellungsstücke tauschen. Ziel dieser Treffen sollte es zunächst sein, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennnen und aufgrund dieser Erkenntnisse Schwerpunkte zu bilden, so daß jedes einzelne der Museen mindestens ein Themengebiet exklusiv darstellt. Zumindest in der Anfangsphase ist es dabei hilfreich, wenn solche Treffen moderiert werden von jemand Außenstehendem, der nicht den Eindruck erweckt, andere Häuser übernehmen oder in ihrer Bedeutung herabstufen zu wollen. Wenn aber solche Bedenken ausgeräumt sind, so bietet so ein Verbund ein sehr hilfreiches Werkzeug: Im Landkreis Stade z.B. wurde eine gemeinsame Inventarisierung durchgeführt, alle Museen entschieden sich für ein bestimmtes Inventarisierungsprogramm, von der Sparkasse wurden sogenannte Inventarisierungskoffer angeschafft, die alles für eine Inventarisierung im Magazin enthielten, selbst einen Fotoapparat. Durch das gemeinsame Auftreten konnte auch über den Preis der Inventarisierungssoftware verhandelt werden, auch hier zeigte sich, daß es nur von Vorteil sein kann, für mehr als ein Museum zu sprechen.

Im Landkreis Stade hat sich aus dieser Konstellation ein mittlerweile eingetragener Verein gegründet, der selber wieder Förderung erhält, der die mittlerweile 20 Sammlungen auch gegenüber der Öffentlichkeit und der Politik vertritt. Jährlich werden Feste veranstaltet, auf denen sich die Museen einer großen Öffentlichkeit präsentieren, es sind gemeinsame Radwanderkarten zu den Häusern entstanden, auf vier Treffen pro Jahr werden die Museen und neue Entwicklungen darin den Kollegen vorgestellt, meistens werden auf diesen Treffen auch Gegenstände, die einem Museum angeboten wurden und die es nicht gebrauchen kann, den anderen Häusern angeboten, kurz: Alle haben von dieser Entwicklung profitiert: Museen, Touristen, und sogar die Politik, die nun einen gemeinsamen Ansprechpartner hat.