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Museumspädagogische Woche 2015 „Windstärke 10“ in Cuxhaven

Station BiologieAlexander Bunn zeigt seine Sammlung

Von und mit Alexander Benn

In einem Museum in dem es vornehmlich um Hochseefischerei und Wracks geht, kommt man nicht um die Biologie herum. So gilt es zu klären, was Fische und andere Meerestiere überhaupt sind, wie sie unterschieden werden können und wann sie entstanden sind. Außerdem gehen wir den Fragen auf den Grund, wann der Mensch anfing diese hochwertigen Proteinquellen der Natur für seine Nahrung als Ergänzung zu nutzen. Wir dürfen bei all den Vorteilen aber nicht die gewaltigen Risiken übersehen, die mit dem industriellen Fangen und der Zucht von Wassertieren einher gehen.

Dazu hatten die 5 bis 6 Schüler und ich pro Tag jeweils 2 mal 90 Minuten Zeit. Im ersten Teil haben wir verschiedene Meerestiere und die auf sie abgestimmten Fangmethoden einmal genauer unter die Lupe genommen. Dabei konnten wir feststellen, das Fisch nicht gleich Fisch ist, sondern das unterschiedliche Tiergruppen allgemein als „Fisch“ zusammengefasst werden. So sind Tintenfische eher Tintenschnecken und Walfische sind eher mit Schafen als mit Heringen verwandt.

So fühlt sich präparierter Fisch anOhne Berührungsängste nahmen die Kinder die von mir mit Alkohol präparierten Meerestiere wie Fische, Garnelen, Krabben und Muscheln auch einmal in die Hände um sie sich genauer anzusehen. Dabei vielen uns die vielen Unterschiede der Fische auf, so gibt es sogar Fische die keinen Unterkiefer haben und deshalb die Kieferlosen Fische genannt werden und drei andere Fischstammbäume (Panzerfische, Knorpelfische und Knochenfische zu denen auch wir bei genauerer Betrachtung gezählt werden müssten). Einige produzieren Schleim um besser schwimmen zu können und andere haben dafür Überall auf ihrer Haut winzige Zähnchen.

Damit aber auch zukünftige Generationen etwas in unseren Meeren finden können, müssen wir auch darauf achten, was und wie viel wir dort fangen. Die Kinder haben dafür den Fang eines Kutters geprüft, es galt fest zu stellen, ob alle Fische das Mindestmaß erreicht hatten und sich somit schon einmal fortpflanzen konnten und wie viel Beifang sich an Bord befand.

Das allseits beliebte Krabbenbrötchen haben wir auch etwas genauer betrachtet und heraus gefunden, dass es gar nicht mit Krabben belegt ist, denn diese haben durchweg 10 Beine und der „Belag“ hat im Rohzustand deutlich mehr davon, daher handelt es sich genau genommen um ein Garnelenbrötchen.

Am Ende des ersten Teiles gab es nun endlich einmal etwas, was nicht stank oder schleimig war. Anhand eines U-Boot Turm Wrackes, welches von diversen Meerestieren bewachsen war, wurde uns klar, dass eine Schiffskatastrophe nicht immer das Ende bedeutet, sondern in vielen Fällen eine große Chance für das Leben unter Wasser ist. Und Schiffswracks ein ein perfektes künstliches Riff dar stellen.

Nach der 30 minütigen Pause ging es mit praktischen Einlagen weiter. Ohne große Mühen haben wir Strandfunde analysiert. Dazu schüttete ich eine Kiste mit unterschiedlichen Resten von Tieren, Steinen und Pflanzen, die man im Spülsaum der Nordsee finden kann auf dem Fußboden aus. Aufgabe war es, heraus zu finden, welche Arten dort vorhanden sind. Und ob diese Arten hier heimisch oder durch Schifffahrt, bzw. Zuchten eingeschleppte „Neubürger“ in Nord- und Ostsee sind. Als Hilfsmittel hatten wir dafür drei Bestimmungsbücher über Strandfunde zur Auswahl, die für fast alle Altersstufen geeignet sind. Es kam sogar heraus, dass eine Muschelart vor knapp 1000 Jahren von den Wikingern aus Nordamerika eingeschleppt worden ist!

In der letzten halben Stunde bastelten wir aus Messing- und Kupferdraht Angelhaken. Als Vorlage haben wir uns Angelhaken aus der Bronzezeit bis zur modernen Zeit genommen. Als besonders schwierig hat es sich heraus gestellt, so genannte Drillinge und Vierlinge her zu stellen und dabei den Draht durch kaltschmieden zu härten.

Alexander Benn