Im Notfall gut gerüstet

Im Notfall gut gerüstet – Erstausstattung und Etablierung von Notfallverbünden

Das kulturelle Erbe im Elbe-Weser-Dreieck ist reichhaltig, aber auch verwundbar. Ereignisse wie die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal oder der Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek haben gezeigt, wie schnell Museen, Archive und Bibliotheken vor existenzielle Herausforderungen gestellt werden können. Um diesen Gefahren professionell zu begegnen, hat der Landschaftsverband Stade e. V. ein umfassendes Projekt zur Notfallvorsorge initiiert.

Was ist ein Notfallverbund?
Ein Notfallverbund ist ein Zusammenschluss von Kulturgut bewahrenden Einrichtungen auf lokaler oder regionaler Ebene. Das Ziel ist die gegenseitige Unterstützung mit Personal und Material im Ernstfall sowie eine gemeinsame präventive Vorbereitung. In vier der fünf Landkreise des Elbe-Weser-Dreiecks existierte ein solcher Verbund bisher nicht – eine Lücke, die dieses Projekt nun schließt.

Die Kernziele des Projekts
• Vernetzung: Aufbau einer spartenübergreifenden Infrastruktur zwischen Museen, Archiven, Bibliotheken und den Einrichtungen der Archäologischen Denkmalpflege.
• Erstausstattung der beteiligten Einrichtungen und der Notfallverbünde mit Rettungsmaterial:
1. Dezentrale Notfallboxen: Jede hauptamtlich geleitete Einrichtung in den Landkreisen Cuxhaven, Osterholz, Rotenburg (Wümme) und Stade erhält eine Basisausstattung für kleinere Schadensfälle.
2. Notfallanhänger: Für Großschadenslagen wird ein an zentraler Stelle bereitgehaltener Kofferanhänger beschafft. Dieser enthält die notwendige Ausrüstung, um große Mengen Kulturgut zeitnah fachgerecht bergen zu können.
• Wissenstransfer: Jährliche Schulungen und Notfallübungen zur Vorbereitung auf Schadenslagen.

Projektrahmen und Finanzierung
Das Projekt ist auf eine Laufzeit von drei Jahren ausgelegt (Juli 2025 bis Juni 2028).
Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 120.000 Euro.
Gefördert wird das Vorhaben maßgeblich durch das Programm „Zukunftsregionen in Niedersachsen“ (Moorregion Elbe-Weser) mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie durch die KEK (Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts) mit Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und Mitteln der Kulturstiftung der Länder, der VGH-Stiftung sowie aus Eigenmitteln des Landschaftsverbandes Stade.

Ansprechpartner:
Dr. Moritz Geuther (Museumsreferent)
geuther@landschaftsverband-stade.de
Tel. 0 41 41 – 41 05 11

Gefördert durch:

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