Bernhard Huys

© Bernhard Huys / VG Bild-Kunst, 2022

KÜNSTLERPORTRÄT

Bernhard Huys

(1895 Oesede/Kreis Osnabrück – 1973 Worpswede)

Bernhard Huys wurde 1895 als Sohn eines Schulrektors in Oesede geboren. Nach dem Abitur in Osnabrück begann er 1913 ein Studium der Zahnmedizin, bis er sich bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs freiwillig zum Kriegsdienst meldete. 1917 kehrte er schwer verwundet von der Westfront zurück und wurde in Schwanewede als Bewacher von Kriegsgefangenen eingesetzt.

Er lernte das benachbarte Worpswede kennen, in das er immer wieder zurückkehrte, während er sich zunächst mit Gelegenheitsarbeiten und als Gitarrenspieler über Wasser hielt. Nach einer einjährigen Lehre in einer Tischlerei in Hoya im Kreis Nienburg/Weser spezialisierte er sich auf die Herstellung von Bilderrahmen. 1929 wurde er in Worpswede sesshaft. Neben dem Broterwerb als Rahmenmacher zeichnete und malte er, unterstützt durch Otto Modersohn (1865 – 1943) und Fritz Mackensen (1866 – 1953), und erlernte die Radierkunst bei Martin Paul Müller (1872 – 1936). Huys war mit seinen Arbeiten regelmäßig in der Großen Kunstschau in Worpswede vertreten.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde er 1943 aufgrund einer Denunziation verhaftet, da er englische Sender abgehört hatte. Er wurde zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Hameln verbüßte. Nach seiner Befreiung am Ende des Krieges begann seine fruchtbarste Schaffenszeit. Vorzugsweise malte er vor der Natur und schuf stimmungsvolle Landschaften, wie auch die in der Artothek vertretene, wohl 1960 gemalte „Hammeniederung“.

Bei dem Bild „Neu-Kamerun“ handelt es sich um die Darstellung einer Anlegestelle mit einer sogenannten Hammehütte, die Anfang des 19. Jahrhunderts vielfach als Warte- und Umschlagplätze für Torf entstanden und sich zu Schankwirtschaften entwickelten. Die aus der Kolonialzeit stammende Bezeichnung war, als das Bild um 1962 gemalt wurde, offenbar noch gebräuchlich. Heute wird der Platz als Ausflugsziel gastronomisch genutzt.

Bernhard Huys engagierte sich zeitlebens für die Region Worpswede, wofür er Mitte der 1960er-Jahre als Mitbegründer der „Freunde Worpswedes“ den Niedersächsischen Verdienstorden 1. Klasse erhielt. Er zählt heute zu den Vertretern der sogenannten zweiten Generation der Worpsweder Künstlerkolonie.

Literatur/Infos: https://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Huys; http://www.gelderblom-hameln.de/zuchthaushameln/nszeit/zhhmnszeitsonderstrafrecht03.php?name=zhhmnszeitsonderstrafrecht03; https://www.noz.de/lokales/georgsmarienhuette/artikel/1700692/bernhard-huys-von-oesede-an-die-front-und-weiter-nach-worpswede-1 (zuletzt aufgerufen 3.12.2020)

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