Alfred Wiegmann

KÜNSTLERPORTRÄT

Alfred Wiegmann

(1886 Essen – 1973 Kuhstedt)

Alfred Wiegmann wurde 1886 als Sohn eines Beamten der Reichsbahn in Essen geboren und wuchs in Mühlheim an der Ruhr in einer gutbürgerlichen Familie auf. Er studierte von 1904 bis 1908 an der Kunstakademie in Düsseldorf, wo August Macke (1887 − 1914) zu seinen Kommilitonen gehörte. 1908/09 besuchte er die Kreyenbrücker Schule des Künstlers Gerhard Bakenhus (1860 – 1939) im Oldenburger Moor.

Wegen seiner Wertschätzung der französischen Impressionisten ging Wiegmann 1909 nach Paris und studierte längere Zeit an der Académie Julian. Seit 1910 beteiligte er sich von Paris aus an Ausstellungen in Deutschland und konnte bald Bilder verkaufen. Von 1912 bis 1914 war er Mitglied einer Kolonie Düsseldorfer Künstler in Rodenkirchen in der Wesermarsch, bis er zum Kriegsdienst eingezogen wurde. In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg war er als freischaffender Maler in Düsseldorf sehr erfolgreich. Galerien erwarben seine Bilder und er erhielt Aufträge von Privatkunden.

1934 ging er nach Worpswede, wo zahlreiche impressionistische Landschaftsgemälde entstanden. Immer wieder malte er die landschaftstypischen Birken mit ihren hellen Stämmen. Die Verbindung zu den Düsseldorfer Galerien hielt er stets aufrecht. Da der Einfluss des Nationalsozialismus auch in Worpswede immer deutlicher zutage trat, zog er sich 1938 mit seiner Frau in den kleinen Ort Kuhstedt  (Gemeinde Gnarrenburg, Landkreis Rotenburg) zurück und lebte dort in der ehemaligen Oberförsterei.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und einer Zeit als parteiloser Kreistagsabgeordneter widmete sich der Künstler wieder ganz der Malerei. In seinen letzten Lebensjahren wurden ihm mehrere internationale Ehrungen zuteil. Neben Landschaftsgemälden schuf Alfred Wiegmann auch Porträts, Blumenstillleben und Interieurs in verschiedenen Techniken.

Die beiden in der Artothek vertretenen Gemälde „Drei Birken“ und „Dorfstraße in Kuhstedt“ sind um 1970 gemalt worden und herausragende Beispiele seines Spätwerks.

Literatur/Infos: Elke Grapenthin, Künstler und Künstlerinnen in Bremerhaven und Umgebung 1827 – 1990, Bremen 1991, S. 166-169; https://nds.wikipedia.org/wiki/Alfred_Wiegmann (zuletzt aufgerufen 15.2.2021)

Menu Title