Fritz Dehn

KÜNSTLERPORTRÄT

Fritz Dehn

(1906 Nipperwiese/Pommern – 1979 Appeln/Wesermünde)

Fritz Dehn wurde 1906 als Sohn eines Fabrikanten in Nipperwiese (heute Ognica) südlich von Stettin geboren. Den Besuch des Gymnasiums in Königsberg beendete er 1923, um eine Banklehre zu absolvieren. Wegen seines großen künstlerischen Interesses setzte er durch, von 1931 bis 1932 an der Kunstgewerbeschule in Stettin studieren zu dürfen. Nach dem Tod des Vaters übernahm er 1935 die Fabrik. 1939 trat er in den Pommerschen Künstlerbund ein.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, an dem er als Soldat teilnahm, floh Fritz Dehn mit seiner Familie an den Geburtsort seiner Frau Maria Dehn-Misselhorn (1908 – 1980), die ebenfalls Künstlerin war, nach Appeln bei Bremerhaven. Hier war er gemeinsam mit seiner Frau freischaffend tätig. 1947 studierte er für zwei Semester an der Staatlichen Kunsthochschule in Bremen, um sich in Malerei und Grafik weiterzubilden.

Zu Beginn der 1950er-Jahre richtete das Künstlerpaar einen ständigen Ausstellungsraum in der zu ihrem Wohnhaus gehörenden Mühle ein, der vom Publikum gut frequentiert wurde. Von 1957 an unternahm Fritz Dehn Studienreisen in viele europäische Länder und nach Israel, auf denen zahlreiche Zeichnungen entstanden.

Gemälde führte er in Öl, Acryl oder als Aquarelle aus. Auch Collagen gehören zu seinem Werk. Seine bevorzugten Motive waren dörfliche Landschaften, die meist vor der Natur entstanden, und Stillleben, die er sorgsam komponierte. Er orientierte sich am Expressionismus, den Kubisten und Surrealisten, löste sich aber nie ganz vom Gegenstand.

Fritz Dehn hatte zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen, vor allem im norddeutschen Raum. Zu seinem 60. und 70. Geburtstag wurden seine Werke in der Bremerhavener Kunsthalle gezeigt. In den in der Artothek vertretenen Gemälden, die beide 1967 entstanden, offenbart sich die von verschiedenen Kunststilen inspirierte, aber ganz eigene Malauffassung des Künstlers.

Literatur/Infos: Elke Grapenthin, Künstler und Künstlerinnen in Bremerhaven und Umgebung 1827-1990, Bremen 1991

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